Denksilos aufbrechen – echt jetzt?

von | 23. Mrz 2023 | Perspektivenwechsel

Vielleicht hänge ich ja zu sehr an der Wortwahl: Aber ich persönlich würde mich nur ungern aufbrechen lassen und ich glaube, das geht jedem so. Was also steckt hinter diesem weitverbreiteten Begriff?

Zahnstocher

Silos in Unternehmen existieren. Keine Frage. Aber aus gutem Grund: Definiert durch die Arbeitsteilung, ohne die das Erstellen von Produkten überhaupt nicht möglich wäre. Beispiel: Ein einfacher Zahnstocher. Natürlich können Sie einen Zahnstocher irgendwie alleine herstellen. Aber könnten Sie das auch in der Menge, um Ihr jetziges Gehalt zu erwirtschaften? Deshalb gibt es Fachabteilungen, die sich um die Beschaffung, die Produktion, die Distribution, den Verkauf, die Gehaltsabrechnung, etc. kümmern. Und in der Regel wissen die Leute dort sehr genau, warum sie was, wann, wie machen.

Tellerrand

Aber hinter dem Begriff steckt auch ein Anspruch, der sehr aktuell ist und seine Berechtigung hat: Die Notwendigkeit, über den Tellerrand hinauszublicken, um von den stattfindenden Veränderungen nicht überrascht zu werden und seine Chancen zu lokalisieren.
Also: Notwendigkeit ist da, „Aufbrechen“ ist nicht sinnvoll und wird auch nicht funktionieren, wie dann?

Matroschka-Puppe

Hierzu der Versuch, Mensch und System unter einem ganzheitlichen Blickwinkel zu betrachten:
Als erwerbstätiger Mensch bin ich ein „privates System“ – ich in Wechselwirkung mit meiner Familie, meinem Freundeskreis, meinen Wünschen und Ängsten. Dieses System ist wiederum Teil übergeordneter Systeme, die ineinander geschachtelt sind wie eine Matroschka-Puppe. Jedes System, jede Puppe unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten und – jetzt wird es interessant – steht in Wechselbeziehung mit den anderen. Sowohl top-down wie bottom-up – sie ist der aus der Systemlehre bekannte „Schmetterling, der einen Hurrican auslöst“ runtergebrochen auf das Unternehmensumfeld.

Aufbruch

Das heißt, dieses „Silodenken“ entbehrt faktisch jeder Grundlage, da wir in einem Unternehmen in Symbiose leben und dadurch unser Geld verdienen – über alle Fachabteilungen und Hierarchien hinweg. Wenn dem ohnehin so ist, warum nehmen wir nicht einen kleinen, aber wesentlichen Perspektivenwechsel über alle Matroschka-Puppen hinweg vor – als Mensch, Rolle und Funktion?

Von „das ist der/die XY aus der Fachabteilung Z“ hin zu „das ist der/die XY, eine(r) der Experten zum Thema Z“?

Damit hätte man gegenseitige Wertschätzung und die Basis, um Fachabteilungen als Experten zu verbinden, geschaffen.

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Spontan würde man sagen: „Breitere Faktenbasis + weniger Übersehen = sicherer.“
Dagegen allerdings sprechen Argumente, wie ich sie im Moment bei fast jedem Gespräch höre. Etwa: „Und was machen wir jetzt mit den ganzen Daten?“, „Mir fehlt der rote Faden, ich brauche etwas, woran ich mich verlässlich halten kann“ oder „Ich hätte gerne eine objektive Informationsbasis und nicht nur die des besten internen Verkäufers“.
Doch was genau ist das Schwierige daran?

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